Taufe


Taufe

Taufe (grch. báptisma), das Sakrament der Aufnahme in die Kirche; als religiös-symbolisches Taufbad schon vorchristl. Gebrauch, dem Judentum als Proselyten-T. bekannt; von Johannes dem Täufer zuerst als Symbol sittlicher Umkehr im Hinblick auf das nahende Messiasreich verstanden, von Jesus aufgenommen, aber den Jüngern zur Ausübung überlassen; zuerst auf Jesu Namen, später nach der Taufformel Matth. 28, 19 vollzogen. Die T. wurde ursprünglich durch völliges Untertauchen vollzogen, nur bei Kranken (sog. klinische oder Kranken-T.) durch bloße Besprengung; letztere wurde in den kältern Gegenden allmählich die Regel, zumal seit dem 4. Jahrh. die Kinder-T. allgemein wurde, bes. infolge der Erbsündenlehre, womit auch die Sitte zusammenhängt, daß die Paten für das Kind dem Teufel entsagen (Abrenunziation). Die Ketzer-T., d.h. die in nicht-kath. Gemeinschaften vollzogene T., wird von der kath. Kirche anerkannt, wenn sie auf den Namen der Dreieinigkeit geschehen ist. Da nach prot. Auffassung zur Wirkung der T. schon Glaube erforderlich ist, verwarfen die Wiedertäufer die Kinder-T., wie jetzt die Baptisten und Taufgesinnten (S. auch Bluttaufe, Nottaufe.)


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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  • Taufe — Taufe, lat. baptisma oder baptismus, unter den 7 hl. Sakramenten das erste, durch welches der Mensch in die Kirche Gottes aufgenommen u. zum Empfange der übrigen Sakramente befähigt wird. Das den Einsetzungsworten Christi bei Matth. 28,19.… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Taufe [1] — Taufe, die von Christus selbst angeordnete, feierliche, zu den Sacramenten gehörige Religionshandlung, durch welche nach Ablegung des christlichen Glaubensbekenntnisses u. nach dreimaliger symbolischer Besprengung des Täuflings mit Wasser auf den …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Taufe — Taufe, die heilige Weihe vermittelst des Wassers, die sinnbildliche Reinigung von den Schlacken der Erde und Sünde, wodurch der Täufling aufgenommen wird als ein neues Mitglied in den großen, durch Christum mit Gott versöhnten Menschen und… …   Damen Conversations Lexikon

  • Taufe [2] — Taufe, Mischung von zerlassenem Colophonium, Pech, Leinöl u. Pulvermehl, in welche die Feuerkugeln getaucht werden, bis sie die rechte Größe erlangt haben …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Taufe — (griech. Baptisma, Baptismus, Tauchen, Untertauchen), das durch Untertauchung oder Besprengung mit Wasser unter entsprechenden Worten erteilte Sakrament der Wiedergeburt und Aufnahme in die christliche Kirche. Heilige Waschungen findet man fast… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Taufe — [Network (Rating 5600 9600)] …   Deutsch Wörterbuch

  • Taufe — Geschmücktes Taufbecken mit brennender Osterkerze, Wasserkrug und Taufkerze Die Taufe ist ein Ritus, der im Christentum seit der Zeit des Neuen Testaments und in allen christlichen Konfessionen den Eintritt in das Leben als Christ bedeutet.… …   Deutsch Wikipedia

  • Taufe — Tau|fe [ tau̮fə], die; , n: Sakrament der Aufnahme in die christliche Kirche (bei dem der, die Geistliche den Täufling mit Wasser benetzt oder auch in Wasser untertaucht): die Taufe empfangen, erhalten. Zus.: Erwachsenentaufe, Kindertaufe,… …   Universal-Lexikon

  • Taufe — 1. De Döp hört vör de Hochtit. (Rendsburg.) 2. Dei binen stoatt bi der Dope, kuemt sileawe nit tohope. (Westf.) Diese Ansicht gründet sich auf die Annahme der katholischen Kirche, dass zwischen Gevattern eine geistliche Verwandtschaft stattfinde …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Taufe — Etwas aus der Taufe heben: etwas begründen, ins Leben rufen. In Berlin ist ein Berliner ›mit Spreewasser‹, in München ein Münchner ›mit Isarnvasser‹ getauft. ⇨ Geburt.{{ppd}}    Verdünnt man Wein mit Wasser, so nennt man dies auch: Einen Wein… …   Das Wörterbuch der Idiome